Filmmusikkonzerte

Am Donnerstag waren Sandra und ich in der Alten Oper beim Filmmusikkonzert von Klassikradio für die Saison 07/08. Alles in allem war die Darbietung ganz ordentlich. Nur der Chefmoderator mußte in regelmäßigen Abständen durch das Programm führen und hörte sich nur zu gern reden. Für den durchschnittlichen Klassikradiohörer waren die Anekdoten und Erläuterungen zu den Komponisten vielleicht auch hilfreich. Die zweite Hälfte war deutlich besser als die erste. Neben Problemen rein musikalischer Natur zu Beginn des Konzerts (ja, ich meine die Blechbläser) und einem gelegentlichen Aussetzer eines Rythmusinstruments gab es technisch nichts zu bemängeln. Nur die Philosophie war - besonders bei den populäreren PopCorn-Stücken - weniger das Theme zu spielen, sondern eine Art Suite, in der die Hauptthemen verscheidener Stücke aufgegriffen werden. Teilweise, gerade zu Beginn, hörte es sich aber eher an aneinandergereihte Abschnitte denn einer Suite an. Den Marsch von Indiana Jones gab es dafür Note für Note und besonders die Zimmer-Suiten waren sehr ausgearbeitet… geht eben doch um ein Massenpublikum. Handwerklich astrein war auch das letzte Stück im regulären Programm; das meistgewünschte Stück bei Klassikradio, wie der Moderator es anprangerte: Caravan. Die Suite war wirklich wunderbar arrangiert. Nur, das ist und bleibt für mich Zirkusmusik. Da bin ich eben vorbelastet… nichts gegen den armen Musiker. Als Zugabe wurdender Imperial March und das Peter Gunn Theme gegeben… zumindest letzteres ein wenig erfrischend. Das stocksteife Klassikradiopublikum durfte auch fleissig den Takt klatschen.

Ein ganz besonderer Event war das Konzert der European Film Acadamy in Berlin vor zwei Monaten. Neben Craig Armstrong und David Arnold waren Wim Mertens und Jean-Claude-Petite persönlich anwesend und hatten die ein oder andere nette Anekdote zu erzählen. Jean-Claude-Petite ergriff den selbst Taktstock, Wim Mertens setzte sich ans Klavier und die beiden Engländer beließen es bei einigen Worten. Nicola Piovani hatte leider kurzfristig abgesagt, da er letzte Vorbereitungen zur Uraufführung seiner ersten Oper treffen mußte. Außerdem gab es Musik von Voicek Kilar. Neben der einmaligen Chance diese Komponisten einmal live zu erleben bot das Flämische Radio Orchester eine perfekte Vorstellung. Meist wurde das Main Theme oder eine Suite gewählt, teilweise etwas verändert, z.B. beim Intro von The Quiet American wo die asiatische Sängerin substituiert werden mußte. Mein persönliches Highlight des Abends: David Arnold erzählt wie er den Produzenten von Stargate versucht seine Idee des Scores zu erklären. “… It’s a Star Wars meets Laurance of Arabia extravaganza”. Und wenn man danach den Score hört, kann man ihm nicht wirklich widersprechen. Für nicht ganz so große Musikfans war dankbarer Weise auch eine Leinwand angebracht auf der Filmausschnitte und Nahaufnahmen des Orchesters geworfen wurde. Besonders Sandra war hierfür sehr dankbar. Ein kleiner Eindruck kann hier eingeholt werden.

Die Reise nach Berlin extra für das Konzert hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Und als ich erfuhr, dass dies bereits die zweite Veranstaltung dieser Art war, wurde gleich ein wenig traurig die erste verpasst zu haben. Das erklärt dann aber die Auswahl der Komponsiten, bzw. das Ausbleiben einiger die ich fest auf der Rechnung gehabt hätte.

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